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Phosphorprojekt am Sempachersee
In den Achtzigerjahren wurden am Sempachersee erste Anstrengungen zur Sanierung unternommen. Zu Beginn lag das Schwergewicht auf Massnahmen im See (z.B. Seebelüftung) und bei der Abwasserbehandlung. Mit der Einschränkung der Düngung und Nutzung von Flächen direkt am See wurden erste Massnahmen im Einzugsgebiet umgesetzt. Seit 1994 bietet der Gemeindeverband zusätzlich freiwillige Massnahmen gegen Entschädigung an. Diese umfassen Pufferstreifen entlang von Bächen, Bodenproben und Entschädigungen für die Maisfrässaat. Trotz einer grossen Beteiligung an den Öko-Programmen des Bundes (Bio, IP bzw. Ökologischer Leistungsnachweis) kann das Sanierungsziel jedoch nicht erreicht werden. Es müssen weitere Massnahmen folgen.
Dank einem gemeinsamen Programm der Bundesämter für Landwirtschaft sowie für Umwelt, Wald und Landschaft und der Unterstützung des Kantons Luzern konnte der Gemeindeverband Sempachersee unter der Federführung der Fachstelle Oekologie im Jahre 1999 das Phosphorprojekt Sempachersee starten.

Es basiert auf vier Eckpfeilern:
• Reduktion des Phosphoreinsatzes bei der Düngung
• Stillegung und Extensivierung von landwirtschaftlichen Nutzflächen
• Eindämmung der Erosion auf Ackerflächen
• Verminderung des direkten Eintrags von leicht verschmutzem Abwasser in den See

Das Projekt ist für die Dauer von 10 Jahren vorgesehen. Bei einer Beteiligung von zwei Dritteln der Landwirte soll in diesem Zeitraum der See wieder gesund werden. Beschreibung der Massnahmen im Einzelnen:
Seevertrag
Mit dem Seevertrag setzt der Landwirt Massnahmen um, die den ganzen Betrieb umfassen. Eine der Bodenversorgung angepasste Düngung, breite Pufferstreifen an allen Gewässern, höherer Anteil an nicht düngbarer Fläche und bauliche Anpassungen im Bereich der Entwässerung sind die hauptsächlichsten Anforderungen.
Einzelmassnahmen
Pufferstreifen Direktsaat
Frässaat von Mais Wasserrückhaltemassnahmen
Stillegung von Tierbeständen Extensivierung von Wiesland
Entnahme von Bodenproben Reduzierter Einsatz von
Schächte in Muldenlagen Phosphor
Details zu den Einzelmassnahmen sind dem Merkblatt
zu entnehmen PDF Acrobat Reader gratis downloaden
Pufferstreifen, extensive Nutzung nicht belastb. Flächen
Entlang von Gewässern sind Wiesenstreifen mit einer Breite von 5 bis 15 Meter extensiv zu bewirtschaften. Durch den Verzicht auf die Düngung und Weide entsteht so ein Puffer zwischen intensiv genutzen Flächen und dem Gewässer. Die Landwirte erhalten für die Ertragseinbusse eine Entschädigung.
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Direktsaat
Bei der oberflächlichen Abschwemmung gelangen Bodenteile und somit gebundener Phosphor in die Gewässer. Die Direktsaat vermindert mit der Mulchschicht und dem besseren Einsickerungsverhalten von Wasser die Erosion. Das Ertragsrisko wird dem Landwirten über einen Beitrag abgegolten.
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Streifenfrässaat
Bei konventionellem Maisanbau werden bei Niederschlagsereignissen Bodenteile und somit Phosphor in die Gewässer abgeschwemmt. Die Frässaat vermindert die Erosion, da nur ein Drittel der Fläche bearbeitet wird. Das Ertragsrisko wird den Landwirten über einen Beitrag abgegolten.
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Retentionsweiher
Aus Entwässerungen von Hofplätzen, Strassen sowie aus Drainagen gelangen Nährstoffe und Bodenteile in die Gewässer. Mit Weihern, welche solch nährstoffbelastetes Wasser aufnehmen, gelingt es, diese Stoffe zurückzuhalten.
Anlage von Rückhalteweiher PDF
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Stillegung von Tierplätzen
Bei der Stillegung von Tierplätzen in der Schweine- und Geflügelhaltung können der Restwert der Gebäude und Einrichtungen entschädigt werden. Im Gegenzug verzichtet der Landwirt während 20 Jahren auf die entsprechende Tierhaltung.
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Entnahme von Bodenproben
Die Versorgung des Bodens mit Phosphor bestimmt zusammen mit dem Bedarf der Pflanzen die angemessene Düngung. Eine regelmässige Bodenanalyse ist deshalb unerlässlich und wird den Betrieben kostenlos zur Verfügung gestellt.
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Reduzierter Phosphoreinsatz
Mit jedem Kilogramm Phosphor, das nicht ausgebracht wird sinkt das Risiko für Anreicherungen im Boden und für Verluste in die Gewässer. Pro Kilogramm unter 100% der Phosphorbilanz erhält der Landwirt einen Beitrag.
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Bauliche Anpassungen (z.B. Schächte in Muldenlagen)
Ueber Einrichtungen zur Entwässerung von Hofplätzen, Strassen und Muldenlagen können leicht verschmutzte Abwässer auf direktem Weg in Bäche gelangen. Für planerische Aufwändungen sind Beiträge aus dem Phosphorprojekt vorgesehen.
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